Intel

Die Geschichte Intels. Damals bestimmt die kompletteste Aufzählung. Heute ein alter Hut.

Hallo…

Der Trend ist eindeutig: INTEL Rechner werden in Europa immer mehr die Stellung einnehmen, die sie in Amiland schon seit 4 Jahren haben. Jeder hat einen, jeder will einen. (Es ist echt peinlich in Amiland in ein Comp-shop zu gehen, MSDOSE so weit das Auge reicht..wenn’s hoch kommt ein einsamer MAC Plus/SE in der dunkelsten Ecke, das war’s).

Sieht man sich mal so in seiner Stadt um, wie das Angebot der Computerläden aussieht (ich denke hier an HD), denke ich schon in den USA zu sein. Außer den Massenverramschern PHORA,PROMARKT,KAUFHOF etc.. handelt keiner mehr mit nicht-MSDOSEN. Rühmliche ausnahme sind natürlich die APPLE Händler in Deutschland, bei denen man denkt man kaufe einen Mercedes, statt eines Computers. Naja, so ist es eben, da kann man nichts ändern. Doch viele wissen ja nicht einmal was da jetzt in ihrem guten Stück drin ist (haupt- sache “INDUTRIE STANDARD”). Und wenn sie es wissen (“Da ist ein achzig- tausenddreihundertsechsundachzig drin und das bedeutet, daß er 80386 Rechenoperationen in der Sekunde machen kann, toll was! So schnell kannst Du nich’ mal den Taschenrechner bedienen!” und dergleichen) dann ist ihnen zumindest der Name INTEL “schon mal irgendwie auf der IAA unterge- kommen”. Die höchste Stufe ist dann das runterrasseln von Landmarkwerten und Nortonfaktoren der einzellnen Prozessoren von 8088-80486 (Die man sogar in chronologischer Reihenfolge hinkriegt (boar!)). Ok. Genug der bösen Worte: Jetzt gehts los mit der INTEL GESCHICHTSSTUNDE!

Ich beginne bei den Dingen, die sich in der INTEL Geschichte nie geändert haben: Die Bücher zu den Prozessoren. (Fast) immer gleich dick und immer gleich schwarz. Das erste ist sich übergetitelt: “4 Bit Microprozessor- systeme 4004 und 4040 – Intel Coperation, Santa Clara; 1971-1974” und weiter im Text “Im Zentrum dieses Systems steht der weltweit erste Mikro- prozessor 4004”, den Marcian E. Hoff entwickelt hatte. Da ist er nun, der Urvater aller Intel, den INTEL immer noch in einem Atemzug mit dem Rad und der Dampfmaschiene nennt (So wie wir Kohl und Adenauer 🙂 ). Nun sei’s drum, Intel begann irgendwie zu wachsen. Wie begann das alles? Die Japaner sind schuld (wie immer!)! 1969 wandte sich der- heute nicht mehr existierende – japanische Büromaschienen hersteller Busicom an Intel, um für eine Familie neuer Tischrechner einen Satz kundenspezifischer Chips entwickeln zu lassen. Intel war zwar erst ein Jahr alt, hatte sich aber bereits durch Halbleiterspeicher einen Namen ge- macht (Das DRAM 1103 mit 1024 Bit Kapazität = 0,001 Megabit – Das war der erste Speicherchip, der in den Kosten mit dem billigen aber voluminösen Magnetkernspeicher mithalten konnte). Intels Gründer, Bob Noyce und Gordon Moore, waren bereits “damals” Veteranen in der Elektronikbranche. Einst Mitarbeiter von William Shockley, der 1948 den Transistor erfunden hatte, hoben sie auch Fairchild Semiconductor, die Keimzelle der gesamten Chipindustrie, mit aus der Taufe (Haben also mords was drauf die Knaben). Bob Noyce ist (nebenbei) – zusammen mit Jack Kilby von TI – der Erfinder der monolithische integrierten Schaltung, des ICs oder eben “CHIPS”. Die Busicom Leute wussten also genau an wen sie sich zu wenden hatten. Marcian E. “Ted” Hoff, von Intel mit der Projektleitung beauftragt, kam rundschlägig auf ein rundes Dutzend kundenspezifischer Chips für die geplante Tischrechner serie – und somit (logischerweise) auf eine Idee. Man könnte doch statt einer festverdrahteten Logikschaltung eine pro- grammierbare herstellen, die sich dann in vielen anderen Anwendungen ein- setzen lässt. Hoffs Vision wurde innerhalb von nur neun Monaten (eine durchschnittliche Schwangerschaft also) von einem Entwicklerteam unter der Leitung von Frederico Faggin in Silizium gegossen. Das 4-Bit System 4004 bestand aus vier Chips: Dem Programmspeicher (4001), dem Datenspeicher (4002), einem Satz von Registern für die Datenein- und Ausgabe (4003) und dem Prozessor 4004. Letzterer hatte auf einer Fläche von 4,2 x 3,2mm 2300 MOS-Transistoren und schaffte 60 000 Instruktionen pro Sekunde – seinerzeit ein technologischer Durchbruch! Eben genau zu dieser Zeit kam Busicom finanzmäßig irgendwie ins Schlingern (hätten nicht so viel Sake trinken sollen) und Intel be- schloß ihren Auftraggebern die Rechte am 4004 Design für $60 000 – genau die Summe die jene Japaner investiert hatten – abzukaufen, wohl eher in der Hoffnung über das Vehikel Prozessor mehr 1103’er zu ver- kaufen (vergleichbar mit: Ölscheich (ver)kauft VW). 1971 war es soweit: Der 4004 wurde auf dem Markt angeboten. Zu seinen ersten Einsatzgebieten gehörten (grins) Verkehrsampeln, Waagen und Taxa- meter. Weniger als ein Jahr später erschien bereits der Intel 8008 mit acht Bit Wortlänge; er war praltisch parallel zum 4004 entwickelt worden und zeigte bereits einen gangbaren Weg zur Leistungssteigerung von Prozessoren (Der zweite ist, der in der MSDOSE welt weithin bekannte, die Taktfrequenz zu steigern). Kein langes leben war dem 4040 beschieden, der die Funktionen des 4002 und 4003 mit auf einen Chip integrierte. (an dieser Stelle ein Gedenk-Stop-Bit für den 80186)……………….. Den 4040 lasse ich nur deshalb hier mitspielen, da er eine weitere Ten- denz aufzeigt: Die Integration. Damit wurde auch der Grundstein gelegt zu den “Computern auf einem Chip” – den einchip Micros mit integrierten Programm- und Datenspeichern sowie Peripheriefunktionen. Während der 4004 auf arithmetische Funktionen optimiert war, bot der 8008 schon einiges an zeichenmanipulations Funktionen und erschloss damit ein ganz neuen Interessentenkreis. Er war aber vergleichsweise langsam und benötigte ca. 20 Peripheriebausteine zu seiner Unterstützung. Es dauerte 2 Jahre, bis ein Technologiesprung – ein anderer Fertigugspro- zeß – den 8080 ermöglichte, einen 8 Bit Microprozessor, den man heute mit Fug und Recht als ersten universell einsetzbaren Prozessor bezeichnet. Er leistete stolze 290000 Instruktionen/s, also 0,29 MIPS, und benötigte “nur” 6 support Chips. Mit seinen 16 Adreßbits konnte er 64K Haupt- speicher direkt ansprechen – uuuuunerschöpfliche Weiten taten sich da auf (mindestens 2,5 Prärien aber sicher 1 Tundra!). Im April 1974 kam der 8080 zu einem Listenpreis von $360 auf den Markt. Von Digital Equipment und anderen namhaften OEMs eingesetzt, wurde er von der Industrie schnell akzeptiert, setzte einen Industriestandart und spiele – so wird getuschelt – innerhalb 5 Monaten seine Entwicklungskosten ein. Es war das goldene Zeitalter der Chipbranche. Alle wollten Chips, keiner verstand sie (außer eben den 2-3 Herstellern). 1974 begann Intel mit einem anspruchsvollen Projekt: Einer komplexen 16/32 Bit Multiprozessor-Architektur. Der drei-Chipsatz namens iAPX 432, offiziell 1981 vorgestellt, war seiner Zeit einfach zu weit vorraus und erhielt – mit Ausnahme einiger von Intel gesponserter Uniprojekte – keine Chance, sich in der Proxis zu bewähren (also da könnt’ ich mich jetzt noch drüber aufregen, aber was hilft’s?). Viel von dem, was heute state- of-the-art ist – Multitasking, Multiprocessing, vernetzte Systeme mit verteilter Rechenleitung, optimale Unterstützung höherer Programmier- sprachen (LISP) – wurde damals vorweggenommen. Das ist für mich das beste Beispiel dafür, wie lange es dauern kann, bis Ideen den Weg zum Anwender gefunden haben. In der Zwischenzeit wuchs aber auch die Konkurrenz: Zilogs Z80, die Motorolas vom 6800-68000 (der anfangs auch verkannt wurde (wenn ich die erwische!!!)) und der 6502 von MOS Tech- nology – Herz des 64’ers und der ersten Apples (er ist einfach Toll!) verbuchten mehr als nur Achtungserfolge. Intel antwortete zunächst mit dem 8085, einer hochintegrierten 8080 Architektur, die nur mehr eine Versorgungsspannung benötigte. Doch man merkte, daß was besseres her musste: Eine 16 Bit Architektur. Zumindest sollte das Ding solange halten bis der 432 endlich fertig war. Das daraus resultierende Produkt war der 8086 (wer ist das?), eine Erweiterung der 8080 Architektur mit der etwa 10-Fachen Leistung. Er kam im Juni 1978 auf den Markt (wo war ich denn da, verdammt noch mal?!) und bildete den Grundstock der noch heute erfolgreichen 80×86 Familie…ja,ja gut Ding will Keile haben! 🙂

mfg AXEL

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